Strafbefehl nach Schüssen auf Rothirsche mit Hörnern
Harzer Rotes Höhenvieh mit Rotwild verwechselt / Zwei von drei getroffenen Rindern mussten eingeschläfert werden
Göttingen / Beyerfelde(ck) Sie sind vom Aussterben bedroht – nicht nur, weil sie kaum noch gehalten werden, sondern auch, weil auf sie geschossen wird. Gleich drei Tiere der seltenen Rasse Harzer Rotes Höhenvieh sind in der Nacht zum 1. Oktober von einem 36 Jahre alten Jäger in der Gemarkung Beierfelde am Südharz angeschossen worden. Für zwei Rinder endete das tödlich. Der Jäger erhielt jetzt von der Staatsanwaltschaft Göttingen einen Strafbefehl über 3000 Euro.
Er habe, hatte der 36-Jährige gesagt, die Tiere für Rotwild gehalten. Nach den Schüssen hatte er sich telefonisch beim Landwirt gemeldet, der die Tiere hält. Er habe versehentlich ein Rind getroffen, sagte er. Tatsächlich muss er mindestens dreimal geschossen haben, ohne sein Ziel zuvor genau erkannt zu haben. Drei Tiere wiesen Schussverletzungen durch ein Jagdgewehr auf. Eines
musste am nächsten Tag eingeschläfert werden. Die beiden anderen Rinder wurden in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht, wo eine der Kühe noch kalbte, ehe sie ebenfalls einge- schläfert werden musste. Das dritte Rind überlebte die Schuss- verletzung.
Jedes Tier hatte laut Staatsanwaltschaft einen Wert von 3000 Euro. So viel muss der Schütze Strafe zahlen: 60 Ta- gessätze zu je 50 Euro. Ermitt- lungen gegen einen zweiten Jäger (61), der in der Tatnacht dabei war, wurden eingestellt.
Das Harzer Rote Höhenvieh gehört zu den ältesten und ursprüng- lichsten Nutztierrassen.Die robuste und dem Bergklima angepasste Rasse diente den Bergleuten einst als Milch- und Fleischlieferant und wurde zudem als Zugtier eingesetzt. Seit 1997 steht das Harzrind auf der Liste bedrohter Rassen.

Original und Fälschung: Rothirsch (links)

und Harzer Rotes Höhenvieh (rechts)

HAZ/EF